Optimieren Sie Ihre Gebäudeversicherung zum Jahreswechsel: ein Leitfaden für Schweizer Eigenheimbesitzer

Dezember 05, 2023

Wann haben Sie zuletzt Ihre Gebäudeversicherung überprüft?

In der Schweiz ist das Eigenheim mehr als nur ein Dach über dem Kopf – es ist Ihr Lebensmittelpunkt und eine Investition in die Zukunft. Ihr wertvollster Besitz und der Ort, an dem Ihre Kinder die ersten Schritte gemacht haben. Eine solide Gebäudeversicherung ist unerlässlich, um dieses wertvolle Gut gegen Schäden zu schützen. 

Das gilt besonders in den GUSTAVO Kantonen – Genf, Uri, Schwyz, Tessin, Appenzell Innerrhoden, Wallis und Obwalden. In Genf, Tessin, Appenzell Innerrhoden und Wallis ist die Gebäudeversicherung nicht zwingend vorgeschrieben. In den Kantonen Uri, Schwyz und Obwalden hingegen müssen Eigentümer ihre Immobilien versichern. Allerdings nicht über eine kantonale Gebäudeversicherung, sondern über private Versicherungsunternehmen. Hier muss in jedem Fall genau hingeschaut werden.

Das Jahresende ist der ideale Zeitpunkt, um ihre Verträge zu überprüfen. Ist die Deckungssumme Ihrer Gebäudeversicherung noch angemessen? Entspricht der Versicherungsschutz Ihren aktuellen Lebensumständen?

In unserem Artikel führen wir Sie durch die wesentlichen Aspekte der Gebäudeversicherung. Wir decken auf, welche Schäden in der Regel abgesichert sind. Sie erfahren, worauf Sie bei Ihrer Versicherung achten müssen und was zu tun ist, wenn Sie Schwachstellen in Ihrem Schutz feststellen. 

Wir schaffen Klarheit, damit die Sicherheit Ihres Zuhauses und Ihre finanzielle Sicherheit weiter gewährleistet bleiben.

Grundlagen einer Gebäudeversicherung

Eine Wohngebäudeversicherung ist unverzichtbarer für jeden Hausbesitzer. Sie schützt vor unvorhergesehenen Ereignissen, die Ihre Immobilie beschädigen, oder gar zerstören könnten. Dies ist besonders wichtig, da solche Schäden oft unvorhersehbar sind und immense finanzielle Belastungen nach sich ziehen können. Die Versicherung hilft dabei, im Schadensfall schnell und ohne grosse finanzielle Verluste die notwendigen Reparaturen durchzuführen.

Im Gegensatz zur Hausratversicherung, die das bewegliche Eigentum innerhalb des Hauses abdeckt, konzentriert sich die Gebäudeversicherung auf die Immobilie selbst. Während die Hausratversicherung für Schäden an Möbeln, Elektronik und persönlichen Gegenständen aufkommt, ist die Gebäudeversicherung für die Substanz des Hauses zuständig.

Dazu gehören Wände, fest verlegte Böden, eingebaute Küchen und andere Bestandteile, die fest mit dem Gebäude verbunden sind. Die klare Trennung zwischen diesen beiden Versicherungsarten ist entscheidend, um im Schadensfall eine lückenlose Absicherung zu gewährleisten.

Gebäudeversicherung durch Elementarschadenversicherung ergänzen

Typischerweise umfasst eine Gebäudeversicherung Schäden durch Feuer, wie Brand oder Blitzschlag, sowie durch Naturgewalten wie Sturm und Hagel. Doch die Natur ist unberechenbar, und hier kommt die Deckung von Elementarschäden ins Spiel. Diese erweitert den Schutz auf Ereignisse wie Überschwemmungen, Erdrutsche oder Lawinen. In der Schweiz, mit ihrer vielfältigen Topografie, ist eine solche Zusatzdeckung eine sinnvolle Ergänzung.

Zusätzlich können Sie weitere Zusatzdeckungen in Ihre Police aufnehmen, um sich gegen Risiken wie Wasserschäden durch Leitungswasser, Glasbruch oder Vandalismus abzusichern. Diese Zusätze sind individuell wählbar und sollten auf die Lage und Beschaffenheit Ihres Hauses abgestimmt werden.

Wiederbeschaffungswert und Zeitwert Ihrer Immobilie

Die Grundlage für die Berechnung der Gebäudeversicherung ist der Wiederbeschaffungswert. Also die Kosten, die für den Wiederaufbau einer Immobilie nach einem Totalschaden anfallen würden. Auf dieser Basis ermitteln Versicherer die Höhe der Versicherungsprämien und die monatlichen Zahlungen.

Zur Bewertung gibt es zwei Methoden: Wird das Gebäude nach dem Schadensfall neu errichtet, schätzt man es nach der Fertigstellung. Dieser Neuwert ist die Grundlage für den Wiederbeschaffungswert. Bei älteren Gebäuden wird der aktuelle Zustand des Gebäudes als Zeitwert zur Bewertung herangezogen. Es gilt die Faustformel: Neuwert – Wertminderung + Wertsteigerung = Zeitwert.

Der Wiederbeschaffungswert eines Gebäudes sollte höher als der Marktwert angesetzt werden. Denn im Falle eines Totalverlusts des Gebäudes sind nicht nur die Kosten für die Sanierung oder den Neubau zu berücksichtigen. Es können zusätzliche Kosten anfallen, beispielsweise für die Dekontamination des Bodens.

Der Wiederbeschaffungswert setzt sich somit aus den Kosten für die Errichtung eines gleichwertigen Gebäudes, sowie den anfallenden Nebenkosten für den Bau zusammen.

So berechnen sich die Kosten einer Gebäudeversicherung

Die Prämienberechnung Ihrer Gebäudeversicherung ist ein individueller Prozess, der mehrere Faktoren berücksichtigt. Die Lage Ihres Hauses spielt eine entscheidende Rolle. Befindet es sich in einer Zone mit erhöhtem Risiko für Naturereignisse wie Überschwemmungen oder Erdbeben, kann dies die Prämie beeinflussen. 

Ebenso relevant sind das Alter und der Zustand des Gebäudes. Ein älteres Haus kann aufgrund potenziell veralteter Bauweisen und Materialien höhere Versicherungskosten nach sich ziehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Selbstbehalt, also der Betrag, den Sie im Schadensfall selbst tragen. Ein höherer Selbstbehalt kann die Prämie senken, bedeutet aber auch ein grösseres finanzielles Risiko für Sie. Sie müssen hier die für Sie passende Balance zwischen monatlicher Ersparnis und potenziellem Eigenanteil bei einem Schaden finden.

Anpassen Ihrer bestehenden Wohngebäudeversicherung

Beginnen Sie mit einer genauen Durchsicht Ihrer Versicherungsdokumente. Entspricht sie noch dem aktuellen Marktwert Ihres Hauses?

Eine Anpassung der Versicherungssumme kann notwendig werden, wenn sich der Wiederbeschaffungswert Ihres Eigentums erhöht hat. Eine zu niedrige Versicherungssumme kann im Schadensfall zu einer Unterversicherung führen, während eine zu hohe Ihre Prämie unnötig in die Höhe treibt.

Prüfen Sie, ob Ihre Immobilie in einem Kanton liegt, der eine obligatorische Gebäudeversicherung vorschreibt. Informieren Sie sich, ob und inwieweit Ihre Immobilie über den Kanton mit einer Gebäudeversicherung abgesichert ist und was diese kantonale Gebäudeversicherung bereits abdeckt.

Achten Sie auf mögliche Deckungslücken. Sind alle relevanten Risiken wie Naturgefahren oder Wasserschäden abgedeckt? Vergleichen Sie die gelisteten Gefahren mit den tatsächlichen Risiken Ihrer Region. Überprüfen Sie auch, ob Zusatzdeckungen wie Glasbruch oder Vandalismus Teil Ihrer Police sind und ob diese Ihren Bedürfnissen entsprechen.

Um Ihre Versicherungsdetails zu aktualisieren, kontaktieren Sie Ihren Versicherungsberater. Erstellen Sie eine detaillierte Aufstellung aller Veränderungen und diskutieren Sie, wie diese sich auf Ihre Police auswirken. Ihr Berater kann Ihnen helfen, die Versicherungssumme neu zu bewerten und die Police entsprechend anzupassen. Es ist auch ratsam, Angebote verschiedener Versicherer einzuholen, um sicherzustellen, dass Sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten.

Vergessen Sie nicht, auch die Selbstbeteiligung zu überdenken. Eine Anpassung kann sinnvoll sein, wenn sich Ihre finanzielle Situation geändert hat. Eine höhere Selbstbeteiligung kann Ihre Prämie reduzieren. Stellen Sie sicher, dass Sie im Schadensfall den Betrag auch tragen können.

Abschliessend ist es wichtig, dass Sie alle Änderungen schriftlich festhalten und bestätigen lassen. So vermeiden Sie Missverständnisse und stellen sicher, dass Ihr Versicherungsschutz stets auf dem neuesten Stand ist.

Tipps zum Wechsel Ihrer Gebäudeversicherung

Ein Wechsel Ihrer Gebäudeversicherung kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein, etwa wenn Sie bessere Konditionen oder Deckungen bekommen können. Prüfen Sie zunächst die Kündigungsfristen Ihrer aktuellen Police.

In der Regel ist ein Wechsel zum Ende der Vertragslaufzeit oder nach einem Schadensfall möglich. Vergleichen Sie Angebote und achten Sie nicht nur auf die Prämienhöhe, sondern auch auf das Kleingedruckte: Welche Deckungen sind inklusive, wie hoch ist der Selbstbehalt, und wie kulant zeigt sich der Versicherer im Schadensfall?

Beim Verhandeln mit Versicherungen ist es wichtig, gut informiert zu sein. Kennen Sie den Wert Ihres Eigentums und die Risiken, die Sie absichern möchten. Mit diesem Wissen können Sie gezielt nach Rabatten fragen oder bessere Konditionen aushandeln. Manchmal bieten Versicherer auch Vorteile, wenn Sie mehrere Policen bündeln.

So wird ihre Gebäudeversicherung fit für kommenden Jahre

Der bevorstehende Jahreswechsel ist der ideale Zeitpunkt, um Ihre Gebäudeversicherung auf den neuesten Stand zu bringen. Eine sorgfältig angepasste Versicherungssumme, die Einbeziehung von Elementarschäden und eine durchdachte Selbstbeteiligung sind Schlüsselelemente, um im Ernstfall finanziell gewappnet zu sein.

Ich lade Sie ein, aktiv zu werden: Nehmen Sie Ihre Gebäudeversicherung genau unter die Lupe, identifizieren Sie mögliche Deckungslücken und nehmen Sie notwendige Anpassungen vor. Es lohnt sich, Angebote zu vergleichen, mit Ihrem Versicherer zu verhandeln oder sogar einen Wechsel in Betracht zu ziehen, um von besseren Bedingungen zu profitieren.

Falls Sie dabei Unterstützung brauchen oder Fragen auftauchen, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine fachkundige Beratung kann entscheidend sein, um die optimale Entscheidung für Ihr Eigentum zu treffen.

Nutzen Sie diese Chance, um Ihr Heim und Ihre finanzielle Zukunft abzusichern.
Nehmen Sie sich die Zeit – Sie investieren damit in Ihre Sicherheit und Ihren Seelenfrieden.

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