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Eine praktische Anleitung für Käufer, um Eigentumswohnung, Sanierung und Gemeinschaft sicher zu beurteilen
Sie haben Ihre Traumwohnung im Thurgau gefunden? Grossartige Lage, fairer Preis, moderner Ausbau. Doch bevor Sie kaufen, lohnt sich ein Blick hinter die Fassade. Nicht jede Eigentumswohnung ist so solide, wie sie aussieht.
Wichtige Hinweise finden sich oft nicht nur im Inserat, sondern vor allem in den Unterlagen der Gemeinschaft. Ein zu kleiner Erneuerungsfonds kann auf teure Sanierungen hindeuten. Eine unklare Verwaltung führt zu Konflikten und unvorhersehbaren Kosten. Und die Protokolle zeigen, wie gut oder schlecht eine Eigentümergemeinschaft funktioniert.
Dieser Artikel hilft Ihnen, solche Punkte zu erkennen. Er zeigt, wie Sie Erneuerungsfonds, Verwaltung und Gemeinschaft richtig einschätzen – damit Sie nicht nur eine schöne Wohnung kaufen, sondern solide investieren.
Wer eine Eigentumswohnung kauft, wird automatisch Teil einer Stockwerkeigentümergemeinschaft. Diese Form des Wohneigentums verbindet private Freiheit mit gemeinsamer Verantwortung. Sie besitzen Ihre Wohnung vollständig, teilen aber Gebäudeteile wie Dach, Fassade oder Heizung mit anderen Eigentümern. Genau dort beginnt das, was viele unterschätzen: die Pflicht, gemeinsam zu entscheiden und gemeinsam zu bezahlen.
In der Praxis bedeutet das: Jede Gemeinschaft hat eigene Regeln und Abläufe. Sie bestimmt, wie Unterhalt und Verwaltung organisiert sind, wie Beschlüsse gefasst werden und wer welche Kosten trägt. Der rechtliche Rahmen ist klar, doch die Umsetzung kann sehr unterschiedlich sein. Eine engagierte Gemeinschaft achtet auf Werterhalt und klare Kommunikation. Eine schwache hingegen spart am falschen Ort – meist auf Kosten der nächsten Sanierung.
Beim Wohnungskauf im Thurgau lohnt es sich daher, die Gemeinschaft genau anzusehen. Fragen Sie, wie oft Versammlungen stattfinden, wie Entscheidungen dokumentiert werden und ob sich alle Eigentümer an Abmachungen halten. So gewinnen Sie ein realistisches Bild, ob das Zusammenleben funktioniert – oder ob Konflikte vorprogrammiert sind.
Der Erneuerungsfonds ist das finanzielle Rückgrat jeder Stockwerkeigentümergemeinschaft. Aus ihm werden künftige Sanierungen bezahlt – vom neuen Dach bis zur Heizungsanlage. Wer eine Eigentumswohnung kauft, sollte deshalb prüfen, wie gut er gefüllt ist.
Ein gesunder Fonds zeigt, dass die Gemeinschaft vorausschauend handelt. Er sorgt dafür, dass grosse Reparaturen nicht plötzlich mit Sonderbeiträgen finanziert werden müssen. Ist das Konto dagegen leer oder kaum vorhanden, drohen Nachzahlungen in fünfstelliger Höhe. Besonders kritisch wird es, wenn das Gebäude älter als 20 Jahre ist und erste grössere Arbeiten anstehen.
Als Käufer sollten Sie den Stand des Fonds prüfen und ihn ins Verhältnis zu den erwarteten Sanierungskosten setzen. Faustregel: Jährlich sollten rund 0,3 bis 0,5 Prozent des Gebäudeversicherungswerts eingezahlt werden. Liegt der Betrag deutlich darunter, ist Vorsicht geboten. Fragen Sie ausserdem nach geplanten Projekten, etwa Dach-, Fassaden- oder Heizungsarbeiten, und ob Rückstellungen dafür vorgesehen sind.
Ein weiteres Indiz ist die Kontinuität: Werden regelmässig Beiträge einbezahlt, oder schwanken die Einlagen stark? Ein stabiler Aufbau über Jahre spricht für eine verantwortungsvolle Verwaltung und eine Gemeinschaft mit langfristigem Denken.
Im Thurgau achten viele Verwaltungen mittlerweile stärker auf solide Rücklagen, da Material- und Energiekosten gestiegen sind. Trotzdem gibt es Unterschiede: Manche Gemeinschaften halten an zu niedrigen Beiträgen fest. Wer hier nicht genau hinschaut, zahlt später doppelt.
Das Reglement und die Protokolle der Eigentümerversammlungen sind das Gedächtnis jeder Stockwerkeigentümergemeinschaft. Sie zeigen, wie Entscheidungen getroffen werden, wie die Kosten verteilt sind und wie gut die Verwaltung funktioniert. Diese Unterlagen sollten Sie besonders aufmerksam lesen – sie sagen oft mehr aus als das Exposé.
Im Reglement steht, wie die Gemeinschaft organisiert ist. Es legt fest, wer für Unterhalt, Reinigung und Verwaltung zuständig ist, wie die Stimmrechte verteilt sind und welche Regeln für Umbauten gelten. Achten Sie darauf, ob das Reglement aktuell ist und den heutigen Standards entspricht. Veraltete Regelungen führen oft zu Streit.
Ebenso aufschlussreich sind die Protokolle der letzten Versammlungen. Sie zeigen, wie Entscheidungen tatsächlich umgesetzt werden. Suchen Sie nach Hinweisen auf Spannungen, wiederkehrende Diskussionen oder abgelehnte Investitionen. Häufig geben auch die Abstimmungsresultate einen Einblick in die Dynamik der Gemeinschaft.
Besonders wichtig: Lesen Sie Beschlüsse zu geplanten oder verschobenen Sanierungen. Wenn grössere Projekte mehrfach vertagt wurden, kann das auf fehlende Rücklagen oder Meinungsverschiedenheiten hinweisen. Auch Hinweise auf ausserordentliche Einzahlungen sollten Sie ernst nehmen – sie zeigen, dass die laufenden Beiträge nicht ausreichen.
Ein weiteres Dokument ist das Verwalterprotokoll. Es informiert über den Zustand des Gebäudes, laufende Verträge und ausstehende Arbeiten. Seriöse Verwaltungen dokumentieren transparent, welche Massnahmen abgeschlossen sind und welche noch offenstehen.
Eine Eigentümergemeinschaft steht und fällt mit ihrer Verwaltung. Sie sorgt dafür, dass Unterhalt, Buchhaltung und Versammlungen reibungslos laufen. Eine gute Verwaltung arbeitet transparent, informiert rechtzeitig über nötige Sanierungen und plant die Finanzen mit Weitblick. Eine schwache Verwaltung dagegen reagiert nur, wenn etwas kaputtgeht – und belastet damit langfristig alle Eigentümer.
Wenn Sie eine Eigentumswohnung kaufen, prüfen Sie deshalb, wer die Verwaltung führt. Fragen Sie nach Referenzen, Erfahrung und Zuständigkeiten. Gibt es klare Abläufe bei Offerten, Rechnungsprüfung und Wartung? Wird das Budget jährlich überprüft und mit den tatsächlichen Kosten verglichen? Eine sorgfältige Verwaltung kann viel Geld sparen und Konflikte vermeiden.
Sanierungen sind der grösste Belastungstest für eine Gemeinschaft. Sie zeigen, ob man vorausschauend plant oder kurzfristig entscheidet. Idealerweise erstellt die Verwaltung gemeinsam mit den Eigentümern einen Unterhalts- und Investitionsplan für die nächsten 10 bis 15 Jahre. Er listet alle grösseren Bauteile auf, schätzt Lebensdauer und Kosten und zeigt, wie diese über den Erneuerungsfonds finanziert werden sollen.
Besonders wichtig ist auch die Kommunikation: Wird offen informiert, wenn eine Sanierung nötig ist? Gibt es transparente Entscheidungsgrundlagen? Professionelle Verwaltungen legen Offerten und Kostenschätzungen offen, bevor abgestimmt wird. So können Eigentümer fundiert entscheiden.
Im Thurgau finden sich immer mehr Verwaltungen, die digitale Tools für Protokolle, Abstimmungen und Dokumentenablage nutzen. Das erleichtert den Informationsfluss und macht Entscheidungen nachvollziehbar.
Der Thurgau hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Wohnkanton entwickelt. Zwischen Zürichsee und Bodensee bietet er eine attraktive Mischung aus Lebensqualität, guter Verkehrsanbindung und moderaten Immobilienpreisen. Gerade für Käufer von Eigentumswohnungen ist der Markt interessant – aber auch sehr unterschiedlich, je nach Standort.
In Frauenfeld, der Kantonshauptstadt, sind Eigentumswohnungen besonders gefragt. Die Stadt wächst konstant, was den Druck auf den Markt erhöht. Hier treffen Käufer häufig auf moderne Überbauungen mit professionellen Verwaltungen und klaren Reglementen. Die Preise liegen im oberen Mittelfeld, dafür ist die Infrastruktur hervorragend. Wer auf langfristigen Werterhalt setzt, findet hier stabile Bedingungen.
In Winterthur, direkt an der Kantonsgrenze zu Zürich, ist die Nachfrage grösser. Viele Käufer weichen bewusst in den Thurgau aus, um von günstigeren Quadratmeterpreisen zu profitieren. Entsprechend lohnt sich hier ein genauer Blick auf die Gemeinschaft und den Erneuerungsfonds – ältere Liegenschaften werden oft günstiger angeboten, bergen aber höhere Sanierungsrisiken.
In den ländlichen Regionen des Thurgaus – etwa in Weinfelden, Amriswil oder Kreuzlingen – locken grössere Flächen und ruhigere Lagen. Hier sind die Unterschiede zwischen den Stockwerkeigentümergemeinschaften besonders gross. Manche Objekte sind hervorragend verwaltet, andere seit Jahren kaum betreut. Gerade in kleineren Gemeinden ist es wichtig, Verwaltung, Reglement und Fonds kritisch zu prüfen.
Mehr Informationen zum Thema Stockwerkeigentum finden Sie hier: Eigentumswohnung kaufen – für Ihre Altersvorsorge.
Die folgenden Punkte helfen Ihnen, den Überblick zu behalten und wichtige Fragen zu stellen, bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben.
• Erneuerungsfonds: Wie hoch ist der aktuelle Stand? Werden regelmässig Beiträge einbezahlt? Liegt eine Übersicht über geplante Sanierungen vor?
• Reglement: Ist es aktuell und klar formuliert? Enthält es eindeutige Regeln zur Kostenverteilung, Nutzung und Entscheidungsfindung?
• Protokolle der letzten Jahre: Gibt es wiederkehrende Streitpunkte oder verschobene Sanierungen? Wurden Beschlüsse konsequent umgesetzt?
• Sanierungen: Welche Arbeiten stehen in den nächsten fünf bis zehn Jahren an? Gibt es Offerten oder Kostenschätzungen?
• Verwaltung: Wer führt sie, wie lange schon, und wie ist die Kommunikation? Wird transparent gearbeitet und zeitnah informiert?
• Finanzielle Übersicht: Stimmen Budget, Rücklagen und Jahresrechnungen überein? Gibt es Rückstände bei Beiträgen einzelner Eigentümer?
• Gemeinschaftsklima: Werden Beschlüsse mehrheitlich getragen, oder herrscht Uneinigkeit? Gibt es Anzeichen für Spannungen?
Eine gute Eigentumswohnung erkennen Sie nicht nur an schönen Räumen, sondern an einer Gemeinschaft, die funktioniert. Eine klare Verwaltung, ein gut geführter Erneuerungsfonds und transparente Abläufe sichern langfristig den Wert Ihrer Investition.
Wenn Sie beim Kauf unsicher sind, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Seit über 20 Jahren unterstützen wir Käufer im Thurgau dabei, Stockwerkeigentum richtig zu beurteilen. Mit Erfahrung, Marktkenntnis und einem klaren Blick fürs Wesentliche helfen wir Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen.
Schreiben Sie uns einfach – wir begleiten Sie auf dem Weg zu Ihrer Traumwohnung.
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